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Als Mangrove bezeichnet
man die Wälder im Gezeitenbereich der Meeresküsten, die zwar im wesentlichen
auf die Tropen beschränkt sind, entlang warmer Meeresströmungen jedoch bis
in die Subtropen vordringen (Neuseeland, Japan, Israel). Die Verbreitung
der Mangrove wird weniger durch das Klima als durch die besonderen Bodenbedingungen
bestimmt, die nur wenige Pflanzen ertragen können: Überschwemmung und Trockenfallen
im ständigen Wechsel von Ebbe und Flut verbunden mit hohem Salzgehalt und
Sauerstoffarmut des Bodens. Da der Boden sauerstoffarm ist, bilden Mangrovegehölze
Wurzeln, die aus der Erde herausragen. Durch feine Öffnungen in diesen Luftwurzeln
erfolgt der Gasaustausch. Wasser kann nicht hindurchdringen. Verschiedene
Mangrovepflanzen haben unterschiedliche Wurzelformen entwickelt: Stelzwurzen
bei Rhizophora, Wurzelknie bei Bruguiera, "Spargelwurzeln"
bei Avicennia und Sonneratia, "Brandwurzeln" bei
Xylocopus).
Charakteristische Pflanzen der Mangrove sind Vertreter der Familien Rhizophoraceae, Sonneratiaceae (Verwandtschaft der Myrtengewächse) und Avicenniaceae. In Flußmündungen Südostasiens treten Nypa-Palme (Nypa fruticans) und Mangrovenfarn (Acrostichum aureum) häufig auf. Die Mangrove weist von der Niedrigwasser- bis zur Hochwasserlinie eine charakteristische Zonierung auf, die durch die unterschiedliche Salzverträglichkeit der Mangrovearten zustandekommt. Bei der Mangrove in feuchtem (humidem) Klima nimmt der Salzgehalt des Bodens im Gezeitenbereich zum Festland hin durch Auswaschung beständig ab. Der gesamte Gezeitenbereich ist daher mit Mangrovenvegetation bedeckt. Bei der Mangrove in trockenem (aridem) Klima dagegen nimmt der Salzgehalt des Bodens im Gezeitenbereich zum Festland hin zu, da die meerfernen Gebiete kürzer überflutet werden und dort durch Austrocknung eine Salzanreicherung stattfindet. Dadurch entsteht im küstennahen Gezeitenbereich eine wegen der sehr hohen Salzkonzentration pflanzenlose Zone.
Charakteristische Pflanzen im Mangovehaus Aufgrund des noch geringen Alters hat die Rote Mangrove (Rhizophora mangle) erst wenige Stelzwurzeln ausgebildet. Kommt man von draußen, kann man sie rechts der Brücke im Wasser betrachten. Die Rote Mangrove ist ein meist unter 7 m, selten bis 15 m hoher Baum mit weit ausladenden Stützwurzeln, die mit vielen Lentizellen (linsenförmige Rindenlücken zum Gasaustausch) versehen sind. In dem schlammigen, luftarmen Untergrund ist eine gute Durchlüftung der Pflanzen wichtig. Die Stelzwurzeln sind außerdem eine Anpassung an den durch die Gezeiten verursachten mechanischen Druck. Die Rote Mangrove trägt zur Landbildung bei, sie hält zwischen ihren Wurzeln den Schlick fest und begünstigt die Bodenbildung. An der Küste des Orinoco-Deltas erobert die Rote Mangrove alljährlich einen Festlandssaum von rund 40 m Breite und hunderten von Kilometern Länge. Einige Mangrovepflanzen, so auch Rhizophora, sind "lebendgebärend" (vivipar). Der Same keimt an der Mutterpflanze, wo der Keimling eine Länge von über 0,5 m erreichen kann und so bessere Chancen hat, sich trotz der Gezeiten anzusiedeln.
Keine eigentliche Mangrovepflanze, doch eine auffällige Gattung im Mangroven-Haus ist die Schraubenpalme (Pandanus) aus der Familie der Pandanaceae. Besonders die stattliche Pandanus hornei fällt durch ihre dicken Luftwurzeln, die die Pflanze abstützen, auf. Die Spitzen der Wurzeln werden von kräftigen, schuppigen Wurzelhauben umgeben. Es sind die größten Wurzelhauben im Pflanzenreich. Pandanus-Arten sind etwa 10 bis 15 m hohe Bäume mit einfachen, lederigen und ganzrandigen Blättern, die Längen von bis zu 10 m erreichen können. In den tropischen Gebieten der Alten Welt, der Heimat von Pandanus, werden die Blätter für den Hausbau oder für die Herstellung von Körben oder kunsthandwerklichen Gegenständen verwendet. Neben Pflanzen der Gezeitenzone werden im "Mangrove"-Haus auch Gewächse der küstennahen Standorte kultiviert, darunter auch wichtige Weltwirtschaftspflanzen wie Kokos- und Ölpalme. Die Palmen dieses Hauses lassen die vielfältigen Blattformen der Palmen nebeneinander erkennen. Viele Palmenblätter gehören zu den größten Blattorganen des Pflanzenreiches. Mit über 20 m ist das Blatt der Mehlpalme (Raphia regalis) das größte überhaupt. Im Knospenzustand sind die Palmenblätter ungeteilt und vollflächig. Erst im Lauf der weiteren Entwicklung findet eine Aufgliederung statt. So entstehen die fieder- bis handförmig geteilten Bätter. Bei manchen Palmen (z. B. Licuala) bleiben die Blätter zeitlebens ungeteilt. |
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